Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft Lübeck mit Joey Kelly

Beim diesjährigen Neujahrsempfang hatte die Kreishandwerkerschaft einen ungewöhnlichen Festredner. Wo sonst immer Bundes- und Landespolitiker ihre
Neujahrswünsche überbrachten, stand jetzt der Extremsportler Joey Kelly vor den rund 220 Teilnehmern der Veranstaltung am 03.02.2017 in den Räumen der Handwerkskammer Lübeck.

Zu Beginn der Veranstaltung schickte Kelly die Schornsteinfeger auf die diesjährige Glückstour zu einem über 1.000 km langen Spendenmarathon quer durch Deutschland. Allein im Jahr 2016 konnte der für die Organisation und Durchführung zuständige Verein über 180.000,- Euro zu Gunsten der Behandlung krebskranker Kinder sammeln. In den vergangenen Jahren waren dies dann über 1 Millionen Euro.

Kelly ging in seinem Vortrag "NO LIMITS - Wie schaffe ich mein Ziel (in 2017)?"  auf sein bisheriges Leben als Mitglied der Kelly Family und als Extremsportler ein. Dabei wurde schnell klar, dass alles zuerst im Kopf mit einem festen Plan beginnt. Dann muss das Ziel klar fixiert werden, und danach geht der Rest eigentlich von alleine. Eine Vorgehensweise, die er schon mit seinen 12 Brüdern und Schwestern von seinem Vater erlernt hatte. Joey Kelly ging auch noch einmal auf das geplante
„Comeback“ der Familie in diesem Jahr ein. Alle drei vorgesehenen Konzerte sind fast ausverkauft, das erste mit über 10.000 Plätzen war bereits nach 7 Minuten ausgebucht. Am Beispiel der Südpolexpedition und seiner Deutschlandtour schilderte der Extremsportler sehr eindringlich, was Menschen mit einem festen Willen alles erreichen können. Am Ende seines Vortrages stand der Kelly Sportler noch über eine halbe Stunde für das „Fotoshooting“ mit den Besuchern zur Verfügung.

Kreishandwerksmeister Groth sparte in seinen Grußworten nicht mit Kritik an der Lübecker Kommunalpolitik. Es könne seiner Meinung nach nicht angehen, dass wichtige Straßen und Brücken nicht mehr richtig instand gehalten werden und dass aus diesem Grund die hiesigen Handwerker Probleme beim Erreichen ihrer Kundschaft haben. Und wenn dann einmal eine notwendige Reparatur wie z.B. an der Possehl Brücke durchführt wird, dann dauert diese Aktion gleich Jahre. Ähnlich verhält es sich mit städtischen Genehmigungen. Diese seien teilweise erst nach Wochen verfügbar, während die Kunden auf die Arbeit der Betriebe vor Ort warten müssen. Ähnlich verhält es sich mit Bürgerentscheiden, die nachher keiner mehr kennt, die aber erfolgreich Investitionen in die touristische Infrastruktur verhindern.
Abschließend dankte Groth dem Ehrenamt in den Innungen und der Kreishandwerkerschaft für die Arbeit in dem zurückliegenden Jahr. Damit verband er natürlich die Hoffnung auf eine weitere Beteiligung - vor allem auch der jungen Betriebsinhaber - an der Arbeit in den Ausschüssen und Innungsvorständen.

Der stellvertretende Präsident der Handwerkskammer Stamer gab einen kurzen Ausblick auf die konjunkturelle Situation des Handwerks in der Hansestadt. Das zurückliegende Jahr sorgte für gute Umsätze in den Betrieben. Das Handwerk konnte neue Arbeitsplätze schaffen und bestehende Arbeitsverhältnisse sichern. Das Handwerk war und ist auch der größte Ausbilder in der Stadt.



Handwerksbetriebe zahlten überwiegend pünktlich ihre Steuern und sorgten so dafür, dass es der Stadt im vergangenen Jahr gut ging. Das geht aber nur, wenn es auch qualifizierten Nachwuchs gibt. Das gilt sowohl für die Gesellenausbildung als auch für den Meisterbrief. Qualifizierte Facharbeiter an das Handwerk zu binden, das ist nach den Worten Stamers eine der größten Aufgaben in den kommenden Jahren.

Der Stadtpräsident Klaus Puschaddel überbrachte die besten Wünsche für das Handwerk aus der Lübecker Bürgerschaft. Auch er wies auf die Bedeutung des Ehrenamtes für die Bürgerinnen und Bürger hin. Der immer noch zu hohen Jugendarbeitslosigkeit sollten das Handwerk und die Industrie- und Handelskammer seiner Auffassung nach zukünftig gemeinsam entgegenarbeiten. Dies geht am besten im Rahmen einer Jugendberufsagentur in Lübeck. Der Stadtpräsident dankte dem Handwerk auch noch einmal für die Bemühungen zur Integration der vielen Flüchtlinge in Lübeck. Am Ende seiner Rede gab Puschaddel der Hoffnung Ausdruck, dass man, nachdem man eben gut in das neue Jahr hineingekommen ist,  dann am Ende wohl auch gut wieder herauskommen wird.

Der traditionelle Grünkohl mit Kohlwurst wurde wie in den Vorjahren von der Firma Kleinfeldt geliefert.

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